Einsatz-Szenarien¶
Konzept — Welche Topologie (Single-Client, Server, Mixed Setup, Web-App) zu Ihrem Werk passt
Bevor Sie loslegen, lohnt sich ein Blick auf die typischen Aufbauten. Herzog CAB hat eine eingebaute Userverwaltung — mehrere Bediener können sich also in jeder Variante mit eigenem Konto anmelden. Die spannende Frage ist nicht „wie viele Bediener?", sondern wo läuft was:
- Programm — auf jedem PC einzeln oder zentral auf einem Server?
- Workspace (Aufträge, Stammdaten, Druckvorlagen) — lokal oder auf einem Datei-Server?
- Benutzer-DB — pro PC oder zentral auf dem Anwendungs-Server?
- Lizenz — seit Version 2.0 normalerweise aus dem Kundenkonto (jeder Rechner belegt einen Platz, solange Herzog CAB läuft); bei Bestandskunden lokal pro Rechner (CmDongle / CmActLicense) oder zentral über einen Wibu-Lizenzserver.
Daraus ergeben sich vier Setups, die in der Praxis vorkommen — die ersten drei mit der Desktop-App, das vierte mit der Web-App im Browser.
Variante 1 — Single-Client¶
Programm, Workspace, Benutzer-DB und Lizenz liegen alle auf demselben Arbeitsplatz-PC. Egal ob ein Bediener allein arbeitet oder mehrere sich im Schichtbetrieb anmelden — die Daten bleiben lokal.
Userverwaltung
Benutzerkonten liegen unter %ProgramData%\Herzog GmbH\Herzog Cab —
sie gehören zum Rechner. Mehrere Bediener teilen sich diese
eine Benutzer-DB und melden sich beim Programmstart mit ihrem
eigenen Konto an.
Wann passend: Konstruktion an einem festen Arbeitsplatz oder Werkstatt-PC im Schichtbetrieb. Einfachster Aufbau, keine Server- Infrastruktur nötig.
Variante 2 — Single-Server (RDP-Zugriff)¶
Ein Server ist die zentrale Installation. Bediener verbinden sich von ihren PCs / Tablets / Laptops per Remote Desktop (RDP) und arbeiten in eigenen Sitzungen. Workspace, Benutzer-DB und CodeMeter-Lizenz liegen ebenfalls auf dem Server.
Lizenz für Terminal-Server / RDP
Im Kontomodell belegt der Server als ein Rechner einen Platz, solange Herzog CAB dort läuft. Das gilt auch, wenn sich mehrere Bediener nacheinander anmelden. Sollen mehrere Anwender gleichzeitig in eigenen RDP-Sitzungen arbeiten, klären Sie die nötige Platzzahl mit Ihrem Herzog-Ansprechpartner. Standard-Einzelplatz-Lizenzen per CodeMeter (CmDongle oder CmActLicense) decken keine parallelen RDP-Sitzungen ab; dafür muss die Lizenz explizit als Terminal-Server-Lizenz mit der gewünschten Sitzungs-Anzahl ausgestellt sein.
Wann passend: Bediener mit eigenen Geräten (auch Tablets oder Laptops außerhalb des Werks), die auf eine zentrale Installation zugreifen sollen. Updates und Backups konzentrieren sich auf den einen Server.
Variante 3 — Mixed Setup¶
Die anspruchsvollste Variante kombiniert mehrere Strategien:
- Application Server: Herzog CAB läuft hier in RDP-Sitzungen für die Bediener, die Benutzer-DB liegt direkt daneben.
- Lokaler Client: einzelne Anwender (z. B. die Konstruktion) haben Herzog CAB lokal auf ihrem PC installiert und greifen direkt auf die Server zu.
- File Server: ein oder mehrere Datei-Server stellen mehrere Workspaces bereit (z. B. ein Workspace pro Werk oder Projektgruppe).
- License Server: ein zentraler Wibu-Lizenzserver verwaltet einen Pool von Floating-Lizenzen. Sowohl der Application Server als auch die lokalen Clients holen sich von hier ihre Lizenz.
Wann lohnt sich ein License Server?
Ein eigener Wibu-Lizenzserver betrifft nur Bestandskunden mit CodeMeter. Er ist sinnvoll, wenn deutlich mehr Bediener als parallel benötigte Lizenzen existieren — z. B. 10 Bediener, aber nie mehr als 3 gleichzeitig im Programm. Im Kundenkonto übernimmt der Herzog-Lizenzserver diese Rolle von selbst: Die Plätze eines Abos sind ein Pool für alle, die gerade arbeiten, im Programm oder im Browser. Das Programm gibt seinen Platz beim Beenden zurück.
Mehrere Workspaces
Wenn Sie mit mehreren Workspaces arbeiten (z. B. einer pro Werk oder Projektgruppe), wechseln Sie sie über das Profil-Menü in Herzog CAB. Jedes Profil zeigt auf einen anderen Workspace-Pfad.
Hinweise zu Workspaces auf Netzlaufwerken
- Alle Bediener brauchen Schreibrechte auf den Shares.
- Alle Rechner auf derselben Version (ab 2.1.1): Dann sperrt Herzog CAB jeden Eintrag, den gerade jemand bearbeitet, und die anderen sehen ihn nur zum Lesen, siehe Mehrere Benutzer am selben Arbeitsverzeichnis. Ältere Versionen kennen die Sperre nicht.
- Eine stabile Netzwerkverbindung ist Pflicht. Bei Aussetzern können Auftragsdateien beschädigt werden.
- Backup nicht vergessen — der Workspace ist jetzt der einzige Ort, an dem Ihre Daten liegen.
Wann passend: Größere Werke mit professioneller IT-Infrastruktur, bei denen Konstruktion (lokal) und Werkstatt-Bediener (per RDP) parallel auf gemeinsame Daten zugreifen, mit zentraler Lizenz- und Datei-Verwaltung.
Variante 4 — Web-App im Browser¶
Seit Version 2.0 läuft Herzog CAB auch komplett im Browser: app.herzog-cab.com. Es gibt nichts zu installieren, keinen Workspace-Pfad und keine lokale Benutzer-DB — alle Daten liegen im Arbeitsbereich Ihres Kundenkontos auf dem Herzog-Server, und jeder Benutzer meldet sich mit seinem Kontobenutzer an.
- Programm: im Browser, auf PC, Tablet oder Smartphone.
- Workspace: zentral im Konto — alle Benutzer sehen dieselben Aufträge, Designs, Maschinen und Stammdaten.
- Benutzer und Rollen: aus dem Kundenkonto (Lizenzportal).
- Lizenz: dasselbe Jahresabo wie die Desktop-App, ein Platz je Person im Browser. Wer zugleich im Programm arbeitet, belegt zwei Plätze.
Die Web-App lässt sich mit jeder der drei Desktop-Varianten kombinieren: Die Desktop-App kann ihr Arbeitsverzeichnis automatisch in die Cloud hochladen (siehe Lizenz und Cloud), oder Sie importieren den Arbeitsbereich einmalig als ZIP (Import aus dem Desktop).
Wann passend: Bediener an wechselnden Orten oder mit Tablets, Werke ohne eigene Server, Zugriff für Kollegen im Vertrieb oder in der Arbeitsvorbereitung — und alle, die keine Installation pflegen möchten. Was die Web-App im Vergleich zur Desktop-App kann, steht unter Desktop-App oder Web-App?.
Welche Variante ist die richtige?¶
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Ein einzelner PC, keine Server-Infrastruktur nötig | Variante 1 |
| Bediener mit eigenen Geräten, alles zentral auf einem Server | Variante 2 |
| Bestehende Server-Landschaft, RDP + lokale Clients, Floating-Lizenz | Variante 3 |
| Keine Installation, Zugriff von überall, gemeinsamer Datenbestand | Variante 4 (Web-App) |
Im Zweifel sprechen Sie kurz mit Ihrem Herzog-Ansprechpartner — die Entscheidung wirkt sich auch auf die Bestellung aus (Anzahl der Plätze, die Programm und Web-App gemeinsam nutzen) und ist nachträglich aufwendiger zu ändern.
Nächster Schritt¶
Wenn Sie wissen, welche Variante zu Ihrem Setup passt, geht es weiter mit dem Kundenkonto — oder, für Bestandskunden mit Dongle, mit der CodeMeter-Installation.


